Die Entdeckung von Amphoren

Insel Pag, Bucht Vlaška Mala: Schiffbruch eines römischen Handelsschiffes mit einer Ladung Amphoren, 1. Jahrhundert vor Christus.

Obwohl bereits die alten Griechen die verwirklichte Idee der Amphore als Basisverpackung für den Transport von Wein, Öl und vieler anderer Wirtschaftsprodukte an die Adria brachten, wurde die Amphore erst in römischer Zeit massenhaft verwendet, im Rahmen des immer besser organisierten Seehandels im Mittelmeer. Aus widerstandsfähigem Keramikmaterial hergestellt, das Jahrtausende lang den zerstörerischen Natureinflüssen trotzt, ermöglichen sie uns die Entdeckung und Erforschung der Überreste antiker Schiffwracks, wodurch wir auch die Seefahrt und die Wirtschaft der Antike erforschen können.

Die kroatische Öffentlichkeit war von der Entdeckung eines gesunkenen Handelsschiffes mit einer Ladung Amphoren aus dem 1. Jhd. vor Christus an der Ostküste der Insel Pag im Velebitkanal in der Bucht Vlaška Mala angenehm überrascht.

Auf die Existenz des Fundortes hat Herr Dražen Peranić aus Alt-Novalja im Frühjahr 2004 hingewiesen, der auf dem Meeresgrund eine Anhäufung von ungefähr einhundert Amphoren sowie zwei bleierne Querstangen antiker Anker entdeckt hatte.

Im Rahmen der Untersuchung durch Experten wurde festgestellt, dass die Amphoren zum sogenannten Typ Lamboglia 2 gehören, der hauptsächlich für den Weintransport genutzt wurde und die Herstellung von Amphoren ab der Mitte des 2. bis zum Ende des 1. Jhd. vor Christus prägte. Diese Amphoren waren zuerst für den adriatischen Markt bestimmt, später auch für den Markt des östlichen Mittelmeeres. Die Herstellung wurde entlang der Westküste der Adria nachgewiesen, und es gibt auch Vermutungen über eine Herstellung an der Ostküste. Am Rand einer Amphore ist der Stempel TIMO zu finden, womit der Hersteller die hergestellten Amphoren systematisch gekennzeichnet hat.

Neben den Amphoren und den erwähnten Überresten zweier Anker wurden am Fundort auch andere Gegenstände des gesunkenen Schiffes entdeckt. So wurden im Sand neben der Amphoren-Anhäufung vier Keramikschüsseln und zwischen den Amphoren der Unterteil einer steinernen Getreidemühle gefunden. All diese Gegenstände waren Bestandteile der Bordküche. Bei den archäologischen Schutzgrabungen an den Rändern des Fundortes wurde ein Bleigewicht entdeckt, das als Tiefenmesser diente.

Der Fundort wurde im Jahr 2004 unter Schutz gestellt und ist für alle „Unterwasserbesucher“ geöffnet.